Knocheninsertion nach Axhausen

GEORG AXHAUSEN (1877-1960) entwickelte Operationsmethoden auf den Gebieten der Kriegswundenbehandlung, der Lippen- und Gaumenspalten, aber auch in der Dysgnathiechirurgie, der zahnärztlichen Chirurgie und der odontogenen, pyogenen Infektionsausbreitung [21]. Neben der "Knochenvorpflanzung nach Axhausen", mit der auch der Weg zu einer verbesserten Knochentransplantation im Kieferbereich erleichtert und erweitert wurde, sei an dieser Stelle auch seine wohl bekannteste Operation genannt die "totale maxilläre Osteotomie in der Le-Fort-I-Ebene nach Axhausen" aus dem Jahre 1934 [4]. In seinen Publikationen erwähnt AXHAUSEN zunächst die Notwendigkeit der Verlagerung des Gesichtsmittelteils, wie es zum Beispiel bei unzureichend ausgeheilten oder in Fehlstellung verheilten Oberkieferbrüchen vorkommen kann. Folgen eines in Fehlstellung verheilten Oberkieferbruches sind die Ausbildung von Sattelnasen, eingefallenen Wangen, Entstellungen des Jochbeins oder einer Pseudoprogenie. Zudem ging auch immer eine Störung der Okklusion mit ihnen einher.

Durch einen Zahnfleischrandschnitt, der den harten Gaumen freilegt, wurde zunächst der Bruchspalt dargestellt. Anschließend durchtrennte AXHAUSEN den knöchernen Gaumen zwischen den beiden linken Schneidezähnen und der hinteren Begrenzung des knöchernen Gaumens mit Hilfe eines Meißels. Nach einem weiteren "Vestibulumschnitt vom Frenulum nach lateral" [4] wurde die Apertura piriformis freigelegt. Im Falle eines intermaxillären Bruchs musste eine Osteotomie durchgeführt werden, die "wenigstens im Bereich des Alveolarfortsatzes mit der ursprünglichen Bruchlinie zusammenfallen muss" [6]. Bei Totalabbruch des Oberkiefers reichten schräg-horizontale Osteotomieschnitte dicht unterhalb des Foramen infraorbitale und durch das Septum dicht oberhalb der Spina nasalis. Dies entsprach dem Verlauf der Bruchfläche einer Guérinschen Fraktur [5]. Die letzten knöchernen Verbindungen wurden dann durch drehende und hebelnde Bewegungen mit dem Bildhauermeißel getrennt. Anschließend konnte nun das knöcherne Septum durch einen minimalen Einschnitt in der Mitte des vorderen Vestibulums durchtrennt werden [58]. Nach ausreichender Lockerung der Fragmente wurde die Zahnreihe durch Gummizüge so verlagert, dass die Okklusion wiederhergestellt war.