Segmentosteotomien nach Köle

HEINRICH KÖLE entwickelte auf dem Gebiet der Dysgnathiechirurgie unterschiedliche neuartige Operationsmethoden. Neben der "Unterkiefer-Vorverlagerung zum Kinnaufbau" (1961), die eine Modifikation der "Genioplastik nach Hofer" (1942) ist, beschrieb er die folgende Methode der "Anterioren Segmentosteotomie" (1959), die sowohl für den Ober- als auch für den Unterkiefer (bialveoläre Osteotomie) angewendet werden konnte (Abb. 21).

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass KÖLE ähnlich wie SCHUCHARDT seine Eingriffe in zwei Kategorien einteilte, die sich durch rein chirurgische bzw. kiefer-orthopädisch-chirurgische Eingriffe unterscheiden. Die erste Gruppe teilte er nochmals in drei Untergruppen auf: in die alveloäre mandibuläre Retrusion, die maxilläre Protrusion und den offenen Biss [58]. Durch Anwendung von Fernröntgenaufnahmen konnten die eigentliche Diagnose und damit der Eingriff gesichert werden. Im Folgenden sollen die Segmentosteotomien näher beschrieben werden.