Erworbene Formen

Unter den erworbenen Formen werden unter anderem Ernährungsstörungen (vor allem Vitamin D-Mangel), ein frühzeitiger Zahnverlust und hormonelle Einflüsse verstanden, die das Wachstum der Kieferknochen nachhaltig beeinflussen. Im Speziellen sei darauf eingegangen, dass Knochentraumata, die durch eine oder mehrere Zahnextraktionen hervorgerufen wurden, zu verhindern wären, wenn eine anschließende prothetische postoperative Versorgung stattgefunden hätte. Auch genetische Komponenten können eine Rolle spielen, die nicht nur eine dysfunktionale Schluckmuskulatur bedingen, sondern auch so genannte Habits in ihrer Ausprägung und Dauer entscheidend beeinflussen können. Diese Habits entwickeln sich im Säuglingsalter und umfassen beispielsweiseDaumenlutschen, Zungenpressen oder Lippensaugen. Wenn diese Verhaltensweisen nicht früh genug abgestellt werden, kommt es zu einer negativen Beeinflussung des Wachstums, das zu dentoalveolären und/oder skelettalen Bisslageanomalien führt [43]. Ein Beispiel für Folgen des Daumen- oder langen Schnullerlutschens ist der frontal offene Biss, aus dem ein ineffizienter Lippenschluss, ein typisches Gesichtsprofil, eine verminderte Abbeißfunktion und eine reduzierte Nasenatmung resultieren können.