Sagittale Spaltung des Unterkiefers nach Obwegeser

Die stufenförmige sagittale Spaltung, erstmals 1955 von HUGO L. OBWEGESER [41] beschrieben, sollte nicht nur die Komplikationsrate der bisherigen Techniken senken, sondern auch das Problem der unzureichenden Kontaktfläche der zwei Knochenfragmente zu lösen helfen [42]. Zudem verringerte OBWEGESERS Technik die extraorale Narbenbildung, den Narbenzug und sie minderte das Risiko einer Schädigung des Nervus alveolaris inferior [42].

Der erste Schnitt erfolgte am vorderen Rand des aufsteigenden Unterkieferastes, worauf man das Periost an der bukkalen Seite vom Knochen ablöste. Zunächst wurde der Nervus alveolaris inferior am Foramen mandibulae freigelegt, dann wurde die innere Kompakta oberhalb des Foramen mandibulae mit einer Lindemannfräse oder Stichsäge unter Schutz des Nerven inzidiert. Anschließend wurde die äußere Kompakta des Unterkiefers, wie Abb. 16 zeigt, bis zur Spongiosa durchtrennt. Dann konnten nun die entstandenen Sägeschnitte miteinander verbunden werden (Abb. 16).

Zur Fixation wurde ein Loch durch den vorderen Rand des bukkalenFragments und in das linguale Fragment gebohrt, damit diese beiden Fragmente über eine Drahtnaht miteinander verbunden werden konnten. Die Schleimhaut musste wieder exakt geschlossen werden, damit die Drähte nicht in den Mundraum exponierten. Nach OBWEGESER kam es nicht nur zu einer Vermeidung einer extraoralen Schnittführung und Narbenbildung, sondern auch meist zu einem Ausbleiben eines Rezidivs [41].