Chirurgisch unterstützte Gaumennahterweiterung (GNE)

Die chirurgisch unterstützte orthopädische Gaumennahterweiterung, auch "surgical assisted rapid maxillary expansion (SARME)" genannt, hat gegenüber den anderen Operationsmethoden den Vorteil, dass sie wenigerinvasiv ist und nur eine kieferorthopädische Fragmentfixierung erfordert. Die seit etwa 1860 bekannte Methode ist zur Therapie transversaler Diskrepanzen des Oberkiefers indiziert. Das kieferorthopädisch / kieferchirurgische Verfahren zeichnet sich in der Stabilität der Behandlungsergebnisse aus, da eine alleinige chirurgische Anwendung zu einer der rezidivgefährdetsten Operationen gehört. Die Hauptursache ist unter anderem die elastische Rückstellkraft des Oberkiefers.

Dieses Verfahren verfolgt ein ähnliches Vorgehen wie die Le-Fort I-Osteotomie. Das am meisten verbreitete Verfahren ist jenes von BELL und EPKER, wobei der Oberkiefer nach vestibulärer Inzision von Regio 16 bis 26 subperiostal freigelegt wird. Die Kieferhöhlenwand wird durch eine Osteotomie in der Le-Fort-I-Ebene durchtrennt. Die Tuber-Pterygoid-Verbindung wird durch die Meißelosteotomie gelöst. Der frontale Alveolarfortsatz wird anschließend in der Mittellinie zwischen den Zähnen 11 und 21 bis zum Hinterrand des harten Gaumens mit einem Meißel osteotomiert [3], wobei die präoperativ eingesetzte Dehnapparatur anschließend zur Erfolgskontrolle einmal maximal aufgedehnt wird (Abb. 29).

Die Drehschraube wird anschließend wieder zurückgedreht und die Wunde verschlossen. Nach etwa einer Woche wird die Drehschraube wieder langsam bis zur geplanten Erweiterung des Oberkiefers aufgedreht, bis der Kiefer die vorher berechnete Dehnung erreicht hat. Anschließend wird die Dehnungsapparatur in dieser Stellung für ca. zwei bis drei Monate belassen. In dieser Zeit konsolidiert der Knochen in dieser Position [3].