Definition der Dysgnathie

Der Terminus "Dysgnathie" kommt ursprünglich aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt so viel wie "Kieferstörung" oder "Fehlkiefer" ("dys" = "fehl, miss" und "gnathos"= "Kiefer"). Er bezeichnet eine nicht normale anatomische Lage oder Morphologie der Kiefer zueinander. Es können einer der Kiefer oder beide betroffen sein, die Fehlstellung erworben oder angeboren sein [18]. Eingeführt wurde dieser Begriff 1954 von dem Professor für Zahnheilkunde EUGEN FRÖHLICH an der Universität Tübingen. Zur damaligen Zeit beschrieb der Begriff alle nachgeburtlich erworbenen Deformitäten in Kombination mit Okklusionsstörungen. Da eine genetische Determinierung mittlerweile als erwiesen gilt, werden heute auch angeborene Defekte am Kiefer und dessen Stellung als Dysgnathien bezeichnet. Die erste Unterteilung eines dysgnathen Gebisses erfolgte jedoch schon 1907 durch ANGLE [2], der die sagittalen Okklusionsabweichungen und vor allem die Stellung der Sechsjahrmolaren zueinander betrachte.